Offenes Atelier Portrait

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Portraitzeichnen – wer Lust hat, sollte sich darauf einlassen. Es ist nicht einfach, erfordert viel Übung, aber es ist soooo interessant

Ich kenne keinen Künstler, der das nicht gemacht hat. Wer sich für Kunst interessiert, denkt an Dürers Bild seiner Mutter, an Martin Luther von Cranach, Erasmus von Rotterdam, von Holbein, Leonardos Mona Lisa (die ich gar nicht so schön finde! Mir sind die flotten Zeichnungen von Toulouse-Lautrec lieber!) oder Botticellis Venus, Picassos Sylvette mit dem Pferdeschwanz (39 Portraits gibts!) oder Otto Dix‘ erschreckend präzise Bildnisse – und das Bild seiner Eltern im Sprengel-Museum….. Die Liste ist so zufällig, ich höre schon auf damit.

Fortsetzung des Textes:

Wir „Kopflosen“ haben eine Gruppe gebildet, die sich einmal im Monat Sonnabends (14.00-17.00 Uhr) in unserem Atelier trifft. Wir sitzen uns untereinander Modell. So zeichnet jede(r) mal jede(n) und sitzt auch mal Modell. In der Regel sind es 15minütigen Posen.
Material bringt sich jeder mit. Wir bitten um einen freiwilligen Beitrag für die Vereinskasse. Modellliste haben wir ja keine, wir haben ja uns – und vielleicht auch Sie/Dich als gern gesehenen Gast.

Wir haben Freude am zeichnen und Spaß beim Betrachten der Ergebnisse. Ein häufiges Zitat dabei: “Du findest es nicht ähnlich? Es ist nicht bös gemeint, wir können’s halt nicht besser!“

Aber mit Übung und schauen, wie’s andere machen, kann man es lernen, auch wenn vieles erst im Papierkorb landet – macht nix, wir zeichnen ja für uns.

Aber es ist interessant, was zwischen den Erwartungen der Modelle

  • Wie sehe ich mich selbst?
  • Wie sehen mich andere?
  • Wie möchte ich gesehen werden?

Und dem Wollen und Können des Zeichnenden herauskommt (Selbst bei Fotos sucht man sich ja das Beste heraus!). Die Kunstgeschichte enthält vieles über das Verhältnis von Künstlern und Portraitierten, – eher selten Harmonisches.

Bei Herrschenden früherer Jahre waren Künstler die „verborgene“ Schönheit und Würde zu entdecken verstanden und trotzdem ähnlich malten, beliebt. Bis heute lassen sie reiche und mächtige offenbar gern portraitieren. So zieren die Bilder niedersächsischer Ministerpräsidenten die Staatskanzlei (nahe dem Sprengel Museum). Queen Elisabeth II hat ihr Portrait von Lucian Freud in ihre Kollektion aufgenommen. Das spricht für ihr Format

Von Karikaturen sind die Mächtigen eher Opfer und Ziel.

Konfliktfreier ist die Kunst des Selbstportraits. (Vorsicht, man sieht sich nur spiegelverkehrt). Der manisch/geniale Horst Janssen ist für mich der Meister dieser Kunst (bis zur Paranoia) aber er hat auch zärtliche Zeichnungen von Menschen gemacht, die er liebte.

Mir ist es besonders schwer, Menschen gut zu zeichnen, die ich mag. Ich möchte das besonders gut machen…Völlig Fremde geraten mir oft besser.

Manchmal bittet ein Modell von meinem „Werk“ ein Foto machen zu dürfen mit dem Handy. Dann freue ich mich.

Ganz gute Zeichnungen verschenke ich gern. Dann freuen sich beide, das Modell und ich.

Von Gerd Böckmann

Die Kosten

Das Angebot ist kostenfrei.

Wir bitten um eine kleine Spende für die Vereinskasse zur Finanzierung der Miet- und Nebenkosten.

Die Termine

In der Regel der dritte Samstag im Monat in der Zeit von 14:00 bis 17:00 Uhr.

In 2020 verbleiben noch:  20.06.20, 11.07.20, 29.08.20, 19.09.20, 17.10.20, 21.11.20 & 19.12.20

Ort

In den Räumlichkeiten von kopflos atelier e.V.